Dr.-Ing. Daniel Reichert

Die solide Basis

Aufgewachsen in NRW an der Grenze zu Belgien, hat durch die Tätigkeit meines Vaters als Professor an der RWTH Aachen der erste Kontakt zur Tiefbaubranche stattgefunden. Von der Materie beeindruckt, formte ich das Themenfeld während eines Bauingenieurstudiums in Aachen später durch die Vertiefungsrichtung Grundbau, Bodenmechanik, Siedlungswasserwirtschaft zu einer soliden Wissensbasis aus.

· 1988 - 1993             Studium Fachrichtung Bauingenieurwesen, RWTH Aachen,

· 1991 – 1993            Studentische Hilfskraft, Wasserlaboratorien Roetgen,

· 1993                        Wissenschaftliche Mitarbeit bei der Arbeitsgruppe Abfallwirtschaft/ Altlasten, RWTH Aachen

· 1994                        F. C. Trapp Preis

· 1994                        Springorum Denkmünze

Bauen auf schwierigem Baugrund

Meine berufliche Tätigkeit führte mich nach dem Studium zunächst in das Ruhrgebiet - zum Ingenieurbüro Siedek und Kügler in Essen. Die anspruchsvollen, oft durch mächtige Auffüllungen geprägten Baugrundverhältnisse des Ruhrgebietes, häufig gepaart mit Schadstoffbelastungen der Grundstücke, waren eine harte Schule für einen Berufseinsteiger und ideal, um das erworbene theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. Ich erstellte Baugrund- und Gründungsgutachten, fertigte Standsicherheitsnachweise an und entwickelte Konzepte für das Bauen auf schwierigem Baugrund und zur Sanierungen und bautechnischen Verwertung von Abfällen.

Im Ingenieurbüro konnte ich rasch nach meinem Einstieg die Position des leitenden Ingenieurs mit Personalverantwortung für Fachbauleiter und Sondiertrupps übernehmen. Neben dem Bauen auf „Problemgrundstücken“ stellte das Bauen mit Reststoffen wie Gießereisanden, Filterstäuben u.v.m. eine Spezialität des Ingenieurbüros dar. Ich ergriff meine Chance und promovierte außerhalb meiner beruflichen Tätigkeit über den Einsatz von Reststoffen zur Herstellung von Oberflächenabdichtungssystemen.

· 1994 - 1999            Leitender Ingenieur Ingenieurbüro Siedek und Kügler, Essen

· 04/1997                  Promotion neben der beruflichen Tätigkeit, Dr.-Ing.,

Der Wechsel auf die ausführende Seite

Mein Wunsch nach einer generalistischen Tätigkeit und das Interesse am Management eines Baukonzerns führten mich zur Ed. Züblin AG nach Stuttgart als Leiter des Vorstandsbüros und Assistent des Vorstandsvorsitzenden. Dieser Schritt erwies sich für mich als großes Glück, da diese Tätigkeit von hohem Vertrauen geprägt war und spannende Einblicke sowohl in das Unternehmen, das Controlling, als auch insbesondere in „Problembaustellen“ bot.

Im Unternehmen erhielt ich über zahlreiche Schulungen und Seminare eine fundierte Ausbildung und Förderung insbesondere baurechtlicher, technischer und wirtschaftlicher Ausrichtung.

Nach ca. 1,5 Jahren stellte sich die Frage nach dem weiteren Weg im Unternehmen, welcher – wie üblich - über die Baustellen führte.

· 1999 – 2000            Leiter des Vorstandsbüros der Ed. Züblin AG

· 2000                        Ernennung zum Oberingenieur

Die Baustellenerfahrung – einfach kann jeder

Nach einer Tätigkeit im Technischen Büro Tiefbau der Ed. Züblin AG wechselte ich als Bauleiter der Züblin Spezialtiefbau GmbH auf die Baustelle „Baugrube Domaquareé“ nach Berlin. Neben dem Abriss des ehemaligen Palasthotels bestand die Aufgabe in der Herstellung einer Baugrube mit Stahlbetonschlitzwänden und einer ca. 15.000 m² großen HDI-Sohle. Nach 3 Monaten auf der Baustelle wurde ich zum 1. Bauleiter der ARGE Jetsohle Domaquareé bestellt und war damit verantwortlich für die HDI-Sohle. Diese Aufgabe erwies sich im Weiteren als sehr anspruchsvoll, da in der Tiefe der geplanten HDI-Sohle überraschend Gerölllagen angetroffen wurden, was den Erfolg der gesamten Baustelle gefährdete. Diese Aufgabe (eine 24-h Baustelle über viele Monate) konnte sehr erfolgreich gelöst werden. Aufgrund des hohen technischen Anspruches wurde dieses Projekt von mir auf mehreren Fachtagungen allen voran der Baugrundtagung 2002 im Mainz vorgestellt.

· 2000                      Technisches Büro Tiefbau der Ed. Züblin AG

· 2001                      1. Bauleiter der ARGE Jetsohle Domaquareé

· 2002                      Vortag auf der Baugrundtagung, Mainz

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes wechselte ich in die Abteilung Kalkulation und Akquisition der Züblin Spezialtiefbau GmbH in Stuttgart bevor ich als verantwortlicher Bauleiter bei der Sanierung der Talsperre Muldenberg eingesetzt wurde. Auch hier hatte ich das Glück einer besonders anspruchsvollen Baustelle.

Mein weiterer Weg in der Züblin Spezialtiefbau GmbH führte mich zunächst in die Niederlassung in Berlin bevor ich die Aufgabe übernahm, in Hamburg die neue Zweigniederlassung der Züblin Spezialtiefbau GmbH aufzubauen. Als Leiter der Zweigniederlassung war ich verantwortlich für die Kalkulation, Akquisition und Ausführung zahlreicher Spezialtiefbaumaßnahmen aller Größenordnungen und mit den unterschiedlichsten Spezialtiefbauverfahren. So gelang es u.a. die Spezialtiefbauarbeiten für das 1. Los der neuen Hamburger U-Bahnlinie U4 zu akquirieren für deren Ausführung ich verantwortlich war.

· 2001 – 2002            Akquisition und Kalkulation

· 2002                        Bauleitung Talsperre Muldenberg

· 2003 – 2010            Leitung der Züblin Spezialtiefbau GmbH, Zweigstelle Hamburg

· 2003                        Handlungsvollmacht

· 2009                        Prokura

Zurück zu den Wurzeln – mit gesammelten Erfahrungen

Nach insgesamt 12 Jahren Tätigkeit in der Bauindustrie wechselte ich als Geschäftsführender Gesellschafter in die BBI Geo- und Umwelttechnik Ingenieur-Gesellschaft mbH. Hier schloss sich der Kreis meiner beruflichen Tätigkeiten. Durch die gesammelten Erfahrungen auf beiden Seiten der Baustelle und der stetigen Fortbildung parallel zur Arbeit, konnte ich nun umfassender, weitblickender und deutlich präziser als viele meiner Berufskollegen die Aufgaben des Tiefbaus bearbeiten und lösen. Neben den Erfahrungen in der Geo- und Umwelttechnik sind die erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen von Kosten, Bauabläufen, Verfahrensrisiken und der Besonderheiten des Bauvertragsrechts im Spezialtiefbau von hohem Nutzen. Chancen und Risiken bei Baugruben und Gründungen konnte ich nun bereits in einer frühen Projektphase präzise mit dem Bauherrn besprechen, was mir bislang auf der Unternehmerseite (zumal in der Akquisitionsphase) oft nicht möglich war.

· 2011 – 2014            Geschäftsführer, BBI Geo- und Umwelttechnik Ing.-Ges. mbH

Über die "LV AG" zur "LV Baumanagement AG"

Der Baugrund, die Baugrube und alles, was für die Basis eines Gebäudes unabdingbar ist, stellt auch bei sonst fachlich versierten Projektbeteiligten häufig nur ein Beiwerk dar, was selten mit der eigentlich notwendigen Sorgfalt und dem erforderlichen Hintergrundwissen behandelt wird. In direkter Folge wird hier ungenau, lückenhaft und oftmals auch falsch das notwendige Übel nebenbei erledigt.

Selten ist der Bauherr „auf Augenhöhe“ mit der ausführenden Spezialtiefbauunternehmung.

Um dem Bauherren an dieser Stelle optimal zur Seite stehen zu können und ein Projekt von unter der Sohle bis hin zum Dach in gleich bleibender Qualität herstellen zu können, habe ich den planerischen und konzeptionellen Weg verlassen und mein Fachwissen um Praxiserfahrungen auf Baustellen erweitert. Vor Ort sehen, welche Planungen funktionieren, wo welche Lücken auftauchen, was schief laufen kann und was die Konsequenzen sind, habe ich an außergewöhnlich eindrucks- wie anspruchsvollen Projekten am eigenen Leib in unterschiedlichen Abteilungen und Positionen bei meiner Mitarbeit bei der Ed. Züblin AG und der Züblin Spezialtiefbau GmbH erfahren können.

Dabei zeigte sich stets, dass das jeweilige Projekt als Ganzes zu betrachten ist und am Ende auch die Beherrschung der zahlreichen Schnittstellen zum Hochbau wesentlich für den Erfolg des Projektes ist.

Der Zufall brachte mich über Stefan Lis, bis dato noch Bauleiter der LV AG eines gemeinsamen Projektes, zu Berthold Moosmann, deren Vorstand. Die Zusammenarbeit funktionierte sowohl fachlich als auch menschlich genauso reibungslos wie erfolgreich und alle Beteiligten profitierten von kurzen Kommunikationswegen, einem aufeinander abgestimmten Konzept und dem unmittelbaren Informationsfluss. Als Konsequenz wurde daher beschlossen, die gemeinsame Stärke auch zukünftig zu nutzen. Das organisatorische, planerische und kalkulatorische Baumanagement des Tiefbaus, des Hochbaus und die anschließende Bauleitung beider Bereiche sollen sich künftig in einer Hand befinden und zu Gunsten des Bauherren gegenüber als geschlossenes Konzept vermittelt werden. Die "LV Baumanagement AG" wurde ins Leben gerufen, bei der ich seit dem 01.Januar 2015 als gleichberechtigter Partner eingestiegen bin.